Features im Radio

Features

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Grateful Dead Musikalische Gegenkultur Filmmusik Der Sound zum Bild Das Kalenderblatt 26.01.1981 Erstes Qualitätssiegel für Kondome erteilt Von Prisca Straub Grateful Dead - musikalische Gegenkultur Autor: Markus Mähner / Regie: Frank Halbach Wer heute in San Francisco eine Touristentour auf den Spuren der Hippies und des "Summer of Love" macht, landet unweigerlich in der Ashbury Street, Hausnummer 710. Dort war das Zentrum der Hippie-Bewegung. Dort wohnten die "Grateful Dead", dort jammten sie mit Janis Joplin und David Crosby, dort gingen die Hohepriester der Beatniks ein und aus. Finanziert wurde diese Kommune von dem LSD-Guru Owsley Stanley. Keine Musikgruppe spiegelt diese Zeit so gut wieder wie die Grateful Dead. Vielleicht gibt es deswegen auch keine Band, die so treue Anhänger hat. Die "Deadheads", wie sie sich selber nennen, treffen sich noch heute regelmäßig, Jahrzehnte nachdem die Band aufgehört hat zu existieren, lauschen eine der zahllosen Coverbands oder tauschen Konzertmitschnitte, von denen es mehr gibt als von jeder anderen Band der Musikgeschichte. Filmmusik - Der Sound zum Bild Autor und Regie: Martin Trauner "Ein guter Soundtrack ist der, den man nicht hört." Das galt lange Zeit als vermeintliches Qualitätssiegel für Filmkomponisten. Ihre Musik musste dem Bild dienen; sie würzten die Liebesszene mit Geigenglissandi, den Weltuntergang garnierten sie mit Kontrabasswummern, und: die Musik durfte keinesfalls in den Vordergrund treten. Doch mittlerweile führen die Soundtracks vieler Filme ein Eigenleben, werden von klassischen Orchestern in Konzertsälen dargeboten oder klingeln aus den Smartphones. Ein Blick in die Geschichte der Filmmusik zeigt, dass der Sound zum Film immer schon mehr war als die bloße musikalische Untermalung der Leinwand. Bereits in den Anfangsjahren der bewegten Bilder diskutierten Philosophen, Komponisten und Regisseure über den richtigen Umgang mit den Klängen. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Schutzschild und Abwehr

Das menschliche Immunsystem (2). Gestaltung: Sabine Nikolay Wie alle Lebewesen ist auch der Mensch ständig Gefahren von außen ausgesetzt. So manche Gefahren für Leib und Leben kann man abschätzen und vermeiden: Im Straßenverkehr ebenso wie im Alltag. Was wir allerdings nicht sehen: Krankheitserreger, die mikroskopisch klein in der Atmosphäre schweben und unseren Organismus in Gestalt von Viren, Bakterien und Pilzen bedrohen, aber auch in Form von Plasmodien und Parasiten. Sie können in den menschlichen Körper eindringen und so unserer Gesundheit den Kampf ansagen. Bereits der deutsche Mediziner Robert Koch prägte das Bild der Erreger als "feindliche Eindringlinge", die es zu bekämpfen galt. So wurden die Bestandteile des Blutes aus medizinischer Sicht nicht mehr nur nach ihrer Farbe oder Form klassifiziert, sondern anhand ihrer Rolle im Kampf gegen Krankheitserreger: Weiße Blutkörperchen wurden in Fress-, Helfer- und Killerzellen unterteilt - sie galten als "Truppen" unseres "Abwehrsystems". Gegen solche Angriffe von außen schützt das Immunsystem. Es besteht aus der angeborenen Immunantwort, einem in der Frühzeit des Menschen entwickelten Schutzschild, der so effektiv ist, dass er über Jahrtausende weitgehend unverändert geblieben ist, und der adaptiven Immunabwehr, einem hoch flexiblen, sich ständig verändernden und weiterentwickelnden Schutzsystem das sehr effektiv ist. Der Aufbau unseres Immunsystems ist sehr komplex und besteht aus zahlreichen Bestandteilen. Zu den Organen des Immunsystems zählen neben dem Blut das sogenannte lymphatische System mit den lymphatischen Organen. Außerdem bieten Haut und Schleimhäute einen wichtigen Schutz gegen Stoffe und Eindringlinge von außen. Wie kann man das Immunsystem stärken, wie funktionieren Impfungen und die Immunisierung nach überstandener Krankheit, und warum dauert es so lange, bis das menschliche Immunsystem auf neue Bedrohungen wie zum Beispiel das Corona Virus effizient reagiert?

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lust auf Literatur

Die Radiokolleg-Bücherbox zum Thema "Lesen" (2). Gestaltung: Julia Reuter Die "Bücherbox" ist ein neues Langzeit-Format des Radiokollegs, das sich mit bekannten literarischen Werken befasst - von Klassikern bis zeitgenössischen Romanen. Jede Folge ist einem bestimmten Buch gewidmet und gibt Einblick in die Handlung, die Entstehungs- sowie die Rezeptionsgeschichte. Dabei soll auch hinterfragt werden, ob und warum das jeweilige Buch als Weltliteratur gilt - ein Begriff, den Johann Wolfgang von Goethe geprägt hat. Die "Bücherbox" richtet sich sowohl an ein jüngeres Publikum als auch an all jene, die nicht in Literaturwissenschaften bewandert sind. Es geht darum, Berührungsängste abzubauen und (dem Titel entsprechend) Lust auf Literatur zu machen. *Staffel 1: "Über das Lesen"* Markus Zusak: "Die Bücherdiebin" (2006) [Australien] Umberto Eco: "Der Name der Rose" (1980) [Italien] Ray Bradbury: "Fahrenheit 451" (1953) [USA] Dai Sijie: "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" (2000) [Frankreich/China] In der ersten Staffel der "Bücherbox" stehen vier Romane im Mittelpunkt, in denen das Lesen von Büchern von zentraler Bedeutung ist. " ... ein Buch im Haus nebenan ist wie ein geladenes Gewehr. Vernichte es. Entlade die Waffe. Breche den menschlichen Geist", heißt es in Ray Bradburys Roman "Fahrenheit 451". Lesen ist in Bradburys Dystopie verboten, Bücher werden von Feuerwehrmännern aufgespürt und verbrannt, manchmal kommen dabei auch die Buchbesitzer ums Leben. Im Roman "Der Name der Rose" von Umberto Eco, dessen vorwiegender Schauplatz ein mittelalterliches Kloster zur Zeit der Inquisition ist, kann Lesen mitunter tödlich enden, nämlich das Lesen eines ganz bestimmten Buches, dessen Seiten vergiftet wurden, damit sein Inhalt nicht verbreitet wird. Verbotene Bücher spielen auch in Dai Sijies Roman "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" eine nicht unwesentliche Rolle. Es geht um zwei Jugendliche, die in einem chinesischen Bergdorf von Bauern umerzogen werden sollen und auf einen Koffer voll mit westlichen Büchern stoßen, die sie fasziniert zu lesen beginnen. Markus Zusak hat sich in seinem Roman "Die Bücherdiebin" ebenfalls mit der Faszination des Lesen sowie der Macht der Worte auseinandergesetzt. Aus der Sicht des Todes wird die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, das während des Zweiten Weltkrieges zu Pflegeeltern kommt, dort Lesen lernt, Bücherverbrennungen miterlebt und vom lodernden Haufen Bücher stiehlt.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (2). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser *Werner "Chrono" Popp* Der Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Produzent (und gelegentliche Sänger) Werner "Chrono" Popp starb am 4. Juli 2019 im Alter von 65 Jahren an einer Krebserkrankung. Mehr als vier Jahrzehnte lang war er ein bedeutender Teil der Wiener Musikszene, ohne je ins Rampenlicht zu drängen. Er lieferte eher die Hintergrundstrahlung für unterschiedliche Epochen, beginnend mit Punk und New Wave und dann sich in Film- und Fernsehmusik, Soul-Retrospektiven und Ska-Revival verzweigend. Seinen kommerziellen Höhepunkt erlebte er in den neunziger Jahren: Mit der Band Hip Hop-Finger, deren Hit "Boundaries" noch heute nachklingt und als musikalischer Direktor der "Nette Leit Show" von und mit Kurt Palm und Hermes Phettberg - einem der letzen Kultformate, das der ORF hervorgebracht hat. Davor und danach gab es mal mehr, mal weniger Erfolg, häufig auch nicht auf der Bühne, sondern an den Reglern des Audiorama-Studios, das er jahrelang gemeinsam mit Hans Holler betrieb und durch das die halbe Wiener Postpunk-Generation hindurchgeschleust wurde. Doch das "Success-Paradigma" war für Chrono ohnehin nicht entscheidend. Ihm ging es nicht um Geld oder Glamour, sondern um Attitude und um eine höchstpersönliche Vorstellung von einem "richtigen Leben im falschen" - durchaus auch mit einem Hang zur Mikro-Inszenierung (mit Hawaiihemden konnte er sich genauso liebevoll und detailliert beschäftigen wie mit unterschiedlichen Gitarrenmodellen). Dass ihm deshalb Künstler wie David Bowie oder Brian Setzer (Stray Cats) und Stilrichtungen wie Mod, Northern Soul, Ska und, in geringerem Maße, Blues und Rockabilly nahestanden, liegt in der Natur der Sache. Wie er sich überhaupt in seinen reiferen Jahren eher als Traditionalist mit konservatorischem Ethos verstand, denn als verzweifelt berufsjugendlicher Pseudo-Innovator, der jedem gerade angesagten "heissen Scheiss" hinterherläuft. Mit Chrono Popp ist ein kreativer Geist verschwunden, der zwar (Gottseidank!) kein Offizier war, jedoch ein Gentleman. Man tut sich, durchaus ungewöhnlich in Wien, schwer, Leute zu finden, die schlecht über ihn reden. Chrono Popp hatte eine unaufdringliche aber effektive Art, einen Laden am Laufen zu halten und ein Projekt voranzutreiben und dabei einen guten Spirit aufrechtzuerhalten. Und er hat mehr witzige, originelle und sampletechnisch ausgereifte Musik hinterlassen, als im öffentlichen Bewusstsein gespeichert ist. Einiges davon soll am 10. Februar in Form eines Re-Enactment noch einmal aufgeführt werden, darunter: Hip Hop Finger, Musikkreis MS-20, Chrono Popp and the Sorry Babies und noch ein paar Spezial-Effekte/ Projekte. L´Chaim - auf das Leben und auf die Musik. Gestaltung: Thomas Mießgang

Dienstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Friedrich Dürrenmatt Theater als Gesellschaftskritik Therese Giehse Ein starker Charakter Das Kalenderblatt 26.01.1981 Erstes Qualitätssiegel für Kondome erteilt Von Prisca Straub Friedrich Dürrenmatt - Theater als Gesellschaftskritik Autorin: Gabriele Knetsch / Regie: Anja Scheifinger Friedrich Dürrenmatt - ein Dramatiker im Spannungsfeld zwischen Schweiz und Weltbühne. "Theater als Gesellschaftskritik" nennt Gabriele Knetsch ihr Porträt zu seinem 100. Geburtstag. Dürrenmatts Dramen "Der Besuch der alten Dame" und "Die Physiker" wurden auf den Bühnen der Welt gespielt. Seine Kriminalromane "Der Richter und sein Henker" oder "Der Verdacht" stehen noch heute auf den Lektürelisten der Deutschlehrer. Schuld und Sühne ist für Friedrich Dürrenmatt ein Lebensthema. Der berühmte deutschsprachige Schriftsteller thematisiert die Verantwortung für die Gräuel des Nationalsozialismus zu einem Zeitpunkt, als noch niemand von Aufarbeitung der Geschichte sprach. In seinen bitterbösen Komödien - oder eher: Grotesken - geht es um die Verantwortung der Wissenschaft für die Atombombe, um die Gefahr des Wettrüstens oder um Korruption. Parteipolitisch war Dürrenmatt nie - sondern eher ein sinnenfreudiger Lebemann, ein Denker, der aus dem Schweizer Abseits die Welt beobachtete und ein ideologiefeindlicher Skeptiker. Therese Giehse - ein starker Charakter Autorin und Regie: Dorit Kreissl "Nicht immer den Schwindel mit dem Gefühl, das ist ja überhaupt was Furchtbares das Gefühl. Das ist schon da, aber daraus ein Geschöpf zu machen, das ist Hurerei. Man muss die Gestalten zerlegen und sie den Menschen klar deuten". Therese Giehse über ihr Rollenverständnis. Für Bertolt Brecht war sie die größte Schauspielerin Europas. Therese Giehse, 1898 in München geboren, verkörperte sie viele starke Frauen auf der Bühne, allen voran Brechts "Mutter Courage". Sie spielte Gorkis "Wassa Schelesnowa", die Marthe Rull in Kleists "Zerbrochenen Krug" und die Irrenärztin Mathilde von Zahnd in den "Physikern". Dürrenmatt schrieb extra für die Giehse die Rolle um. Gegen die Nazi-Diktatur engagierte sich die Jüdin Giehse mit politischem Kabarett. Sie gründete Anfang 1933 die "Pfeffermühle" mit Erika und Klaus Mann. Wenige Wochen später wurde die Giehse denunziert, sie floh in die Schweiz, wo sie mit der "Pfeffermühle" in den folgenden Jahren große Erfolge feierte. Die Rückkehr aus dem Exil nach 1945 fiel ihr nicht leicht. Sie analysierte: "Die ältere Generation hat aus dem Krieg verdammt wenig gelernt, sie sind böswillig". Die Schauspielerin feierte an den Münchner Kammerspielen Triumphe. Film- und Fernsehrollen mehrten ihren Ruhm. Eine ihrer letzten Rollen war die Oma Häusler in den "Münchner Gschichten" von Helmut Dietl. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

"Man muss sich seiner Vergangenheit stellen!" Der Autor Georg Thiel Feature von Matthias Haydn Es ist ein ebenso bekanntes wie verstörendes Foto: ein Bub kniet auf einem Gehsteig, mit einem Pinsel malt er vorsichtig das Wort "Jud" auf eine Hausfassade. Ein Mann mit Hakenkreuzbinde am Oberarm überwacht den Vorgang. Das Bild ist auf der letzten Seite von Georg Thiels zweitem Roman abgebildet, der Autor hat ihm den Titel "Jud" gegeben. Der Protagonist in Thiels Geschichte stößt 1958 zufällig auf das damals in einer Illustrierten publizierte Foto und erkennt sich selbst als den gedemütigten Jungen aus dem Jahr 1938 wieder. Er fasst den Entschluss den Nazi-Schergen ausfindig zu machen und sich an ihm zu rächen. Der Autor, er wurde 1971 in Wien geboren und studierte ebendort Geschichte und Politikwissenschaften, hat die Geschichte des Fotos genau recherchiert, sogar den Ort des Geschehens in der Heinestraße konnte er ausfindig machen. Wer jedoch die fotografierten Personen waren und was danach mit ihnen geschah, das konnte er nicht herausfinden. Und deshalb hat Georg Thiel die Geschichte kurzerhand selbst in die Hand genommen und sie weiter geschrieben.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Life or Daesh Eine Reise zu den versteinerten Wurzeln des arabischen Frühlings in Tunesien Von Jakob Weingartner Regie: der Autor Produktion: SWR/Deutschlandfunk 2021 Der revolutionäre Rapper Mohamed Zorgui lässt sich im Gefängnis von Daesh (IS) für den Dschihad anwerben. Als er seinen Schwager erstechen soll, wechselt Mohamed die Seiten. Er nennt sich fortan Gladiateur und kämpft einen gefährlichen Kampf gegen die Headhunter des heiligen Krieges. Es wird allerdings immer schwieriger, deren toxischem Nihilismus kreative Perspektiven entgegenzusetzen, denn in seinem Viertel breitet sich eine bleierne Frustration aus. Die enttäuschten Hoffnungen des arabischen Frühlings drohen auch ihn zurückzuwerfen auf den selbstzerstörerischen Anteil seiner Persönlichkeit. "Life and Daesh" erzählt vier außergewöhnliche Geschichten aus dem Land der versteinerten Revolution und versucht herauszufinden, wie soziale Opfer gewaltvoll zu Tätern werden. Life or Daesh

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Dammbruch in Brasilien Unser Wohlstand, Euer Schlamm Von Philipp Lemmerich Am 25. Januar 2019 bricht im brasilianischen Brumadinho der Damm eines Rückhaltebeckens einer Eisenerzmine. Eine Lawine aus giftigem Schlamm reißt 272 Menschen in den Tod und verseucht weite Teile der Landschaft. Es ist die mit Abstand schwerste Bergbaukatastrophe des Landes. Eine brasilianische Tragödie? Deutschland importiert rund 50 Prozent seines Eisenerzes aus Brasilien. Thyssenkrupp ist Großabnehmer, eine Tochter des TÜV Süd hatte den geborstenen Damm als stabil zertifiziert. Kritiker und NGOs sehen im Fall von Brumadinho einmal mehr die Notwendigkeit für ein Lieferkettengesetz, das deutsche Unternehmen für die Produktionsbedingungen im Ausland mitverantwortlich macht.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Großvaters Doppelleben Von Anna Thaulow Third ear 2010/NDR 2013 Dies ist eine sehr persönliche Reise zu den dunklen Seiten des Familienlebens. Eine junge Frau entdeckt, dass die Vergangenheit ganz anders ist, als sie immer angenommen hat. In Erinnerungen, Tonbandaufzeichnungen und Stimmen von Familienangehörigen zeigt sich das doppelte Leben ihres Großvaters, der nach seinem Tod zwei Familien, die nichts voneinander wissen, zurücklässt. So entsteht aus dem reichhaltigen Archivmaterial in Verbindung mit Reflexionen über das Schattendasein einiger Familienmitglieder eine aufregende Geschichte über das Leben, die Liebe, den Tod und andere Geheimnisse. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Von der Abwehr des Feindes Von Michael Lissek Ton und Regie: der Autor Mit: Michael Lissek, Bettina Kurth, Anton Kurth Produktion: Deutschlandradio Kultur 2009 Länge: 51"48 Auch vor Covid-19 waren Pandemien ein Faktor für Politik, Macht und Geld. Im Jahr 2009 analysierte unser Autor, wer mit der Angst vor den Viren Geschäfte macht. Parallelen zur Gegenwart sind nicht ausgeschlossen. Das Feature "Von der Abwehr des Feindes" entstand vor elf Jahren. Sein Thema: Pandemie. Covid-19 gab es damals noch nicht, wohl aber Katastrophenszenarien und auch Geschäfte mit der Angst. Hoch im Kurs stand das Medikament Tamiflu. Nicht ahnend, auf welche Weise das Feature von 2009 heute wieder aktuell sein würde, lautete die Ankündigung vor elf Jahren: "Seit die ,mexikanische", ,neue" oder vulgo ,Schweinegrippe" grassiert, spricht man, wenn man von Grippeschutz spricht, nur noch von der (nötigen oder unnötigen) Impfung. Dabei war ein anderer Feind-Abwehrer vor gar nicht langer Zeit talk of the town: das Medikament Tamiflu, entwickelt von der amerikanischen Biotech-Firma Gilead, vertrieben vom Schweizer Pharmariesen Roche. Ein sogenannter Neuraminidasehemmer, von dem man sich versprach, er könne ein noch unbekanntes Pandemie-Virus wirkungsvoll bekämpfen. Tamiflu erschien notwendig. Denn im Jahr 2004 hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Warnung herausgegeben, es sei nach SARS und der Vogelgrippe nicht mehr die Frage, ob eine Influenza-Pandemie ins Haus stehe, sondern nur noch wann. Also kaufte man weltweit Tamiflu in großen Mengen. In Österreich mit dem Ziel, 50 Prozent der Bevölkerung zu versorgen; in Deutschland sollten immerhin 30 Prozent gerettet werden. In den USA gab man unter Präsident Bush gar acht Milliarden Dollar für die Pandemievorbereitungen aus. ,Von der Abwehr des Feindes" setzt sich auf die Spur der Pandemie-Panik und des Verkaufs des Grippemittels Tamiflu. Die Sendung fragt nach den Profiteuren - und den strukturellen Ähnlichkeiten zwischen Pandemie-Angst und Terror-Warnung. Denn eines ist klar: Wie der Terrorismus kann auch das Virus jederzeit zuschlagen; wir wissen nur nicht, wann. Und wir wissen nicht, wo. Und dass ein Hauptakteur der ,Homeland Security" der USA, Donald Rumsfeld, auch bei der Vermarktung von Tamiflu seine Finger im Spiel hatte, lässt aufhorchen ..." Michael Lissek, geboren 1969, Produzent von Radio-Features und Autor von Texten und Büchern. Seit März 2017 Redakteur beim SWR2. Für Deutschlandradio u.a.: "Hölle im Kopf" (DKultur/WDR 2008), "Zwei Seiten Leben. Drei Trauerredner" (DKultur/SWR 2013). Zuletzt: "Zeit ist Frist. Mein Herz. Ich." (NDR 2017). Von der Abwehr des Feindes

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Schutzschild und Abwehr. Das menschliche Immunsystem (2). Gestaltung: Sabine Nikolay Lust auf Literatur. Die Radiokolleg Bücher-Box zum Thema "Lesen" (2). Gestaltung; Julia Reuter The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (2). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser

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